Play lll — Video- & Performance-Festival

PLAY/lll


Das Video- und Per­for­mance-Festi­val Play wur­de von den Ver­an­stal­tern Gale­rie amper­sand und CAT Colo­gne 2013 mit der Ziel­set­zung gegrün­det die regio­na­le Video-Kunst­sze­ne mit dem Schwer­punkt Köln/Düsseldorf zu stär­ken und die­ser ein Aus­stel­lungs­fo­rum zu bie­ten. Das Festi­val fin­det als Bien­na­le alle zwei Jah­re unter ver­schie­de­nen Schwer­punkt­set­zun­gen statt.  Der Festi­val­ti­tel „Play“ ver­weist in sei­ner Mehr­fach­be­deu­tung einer­seits auf die Play-Taste der Video-Abspiel­ge­rä­te ande­rer­seits aber auch auf das Thea­ter­stück, wel­ches das genea­lo­gi­sche Bin­de­glied zwi­schen Video- und Per­for­mance­kunst dar­stellt. Zudem ver­steht sich der Festi­val­ti­tel „Play“ auch als Auf­for­de­rung zum Spie­len und somit als gen­re­über­grei­fen­der künst­le­ri­scher Impe­ra­tiv.
Der Schwer­punkt der Künst­ler­aus­wahl liegt auf regio­na­len Posi­tio­nen, die jedoch durch über­re­gio­na­le Posi­tio­nen ergänzt wer­den, sofern über den Künst­ler oder die Arbeit ein Bezug zur Regi­on erkenn­bar wird. Ziel ist es hier­bei die Düs­sel­dor­fer und Köl­ner Video­kunst­sze­ne näher zusam­men­zu­brin­gen und stär­ker zu ver­net­zen.  Das Rhein­land, ins­be­son­de­re Köln und Düs­sel­dorf spiel­ten für die Ent­wick­lung der Video- und auch Per­for­mance-Kunst eine bedeu­ten­de Rol­le. Künst­ler wie Ulri­ke Rosen­bach, Nam June Paik, Mar­cel Oden­bach und Klaus von Bruch waren Anfang der 70er Jah­re in der Regi­on künst­le­risch aktiv und wur­den in Köl­ner und Düs­sel­dor­fer Gale­ri­en aus­ge­stellt. Die enor­me Bedeu­tung des Rhein­lands für die Ent­wick­lung die­ser Kunst­for­men ist außer­halb der Kunst­sze­ne jedoch kaum bekannt. Eine Stär­kung der regio­na­len Video­kunst-Sze­ne soll auch dazu füh­ren, dass Bewusst­sein stär­ker auf die regio­na­le Tra­di­ti­on im Bereich der Ent­wick­lung der Neu­en Medi­en zu len­ken.
PLAY/III    30. Juni – 2. Juli 2017

Inter­ak­ti­ons­räu­me / Exten­ded Sta­ges
Der drit­te Teil des Festi­vals, der 2017 statt­fin­den wird, läuft unter dem Schwer­punkt Inter­ak­ti­ons­räu­me. Ziel des Festi­vals ist es die unter­schied­li­chen
Inter­ak­ti­ons­räu­me in denen Vide­os und Per­for­man­ces auf den Rezi­pi­en­ten tref­fen, zu erfor­schen dar­zu­stel­len und zu reflek­tie­ren. Die­se rei­chen von der klas­si­schen Prä­sen­ta­ti­on einer Video­in­stal­la­ti­on, die im Aus­stel­lungs­raum der Gale­ri­en erfah­ren wer­den kann, bis zu inter­ak­ti­ven For­ma­ten, die aus­schließ­lich online abge­ru­fen wer­den kön­nen. Die­se Schwer­punkt­set­zung erfolgt vor allem vor dem Hin­ter­grund der Tat­sa­che, dass sich Video als Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­di­um in den letz­ten Jah­ren infla­tio­när aus­wei­tet und  immer stär­ker in die Sphä­re des öffent­li­chen Raums vor­dringt.

Art/Spaces
In den Gale­ri­en und Ver­an­stal­tungs­räu­men der Ini­ta­to­ren (Gale­rie amper­sand, CAT Colo­gne, W57) wer­den Arbei­ten gezeigt wer­den, die nur vor Ort in ihrer räum­li­chen Prä­senz erlebt wer­den kön­nen. Hier­zu zäh­len bei­spiels­wei­se skulp­tu­ral-instal­la­ti­ve Arbei­ten sowie 3D-Arbei­ten, die nur als ein mit dem Betrach­ter inter­agie­ren­des Raum­er­leb­nis funk­tio­nie­ren.

Public/Spaces
Ein gro­ßer Teil des Festi­vals wird außer­halb des abge­schirm­ten Kunst­be­reichs unse­rer Gale­ri­en statt­fin­den und in den öffent­li­che Raum vor­drin­gen. Im Vor­der­grund steht hier­bei die Fra­ge­stel­lung inwie­weit Arbei­ten aus den Berei­chen Video- und Per­for­mance sich dazu eig­nen mit einem Publi­kum zu inter­agie­ren, dass nicht bewusst zu einer Aus­stel­lung geht, son­dern mehr oder weni­ger über­ra­schend und zufäl­lig mit die­ser Form von Kunst kon­fron­tiert wird.
Virtual/Spaces
Der drit­te Inter­ak­ti­ons­raum, den das Festi­val bespie­len wird, ist der vir­tu­el­le Raum. Das Inter­net hat sich in den letz­ten Jah­ren immer mehr zu einem vir­tu­el­len Per­for­mance-Raum ent­wickelt, dem sich kaum noch jemand ent­zie­hen kann. Wer an den täg­li­chen Gym­na­stik­übun­gen in den sozia­len Medi­en nicht teil­nimmt, und auf das vir­tu­el­le Vor­tur­nen ver­zich­tet, hat kaum noch eine Chan­ce irgend­ei­ne Form von Sicht­bar­keit zu erzeu­gen.

KURATOREN
Die Kura­to­ren des Festi­vals sind die Betrei­ber der Gale­rie amper­sand (Fal­ko Bür­schin­ger), des W57 , Gale­rie am Meer (Zalar Kalant­ar) und des Kunst­ver­ein Cat Colo­gne (Julia Haar­mann und Mat­thi­as Mayr). Die Aus­wahl der Künst­ler rich­tet sich neben qua­li­ta­ti­ven Erwä­gun­gen nach der kon­zep­tu­el­len Aus­rich­tung des Festi­vals, die unter dem Punkt „Inter­ak­ti­ons­räu­me“ bereits beschrie­ben wurde.Die Gale­rie Amper­sand ver­tritt vor allem jun­ge Künst­ler, schwer­punkt­mä­ßig aus der Regi­on Köln/Düsseldorf, aber auch inter­na­tio­na­le Posi­tio­nen. Von Beginn an war ein deut­li­cher Schwer­punkt im Bereich Video­kunst vor­han­den, der immer stär­ker aus­ge­baut wur­de. Mit zwölf Aus­stel­lun­gen in den letz­ten fünf Jah­ren an denen Video­künst­ler betei­ligt waren und vier Video­künst­lern, die fest im Pro­gramm der Gale­rie sind, gehört Amper­sand sicher­lich zu den stärk­sten För­de­rern von Video­kunst in der Regi­on Köln/Düsseldorf.
Tex­te / Fal­ko Bür­schin­ger